Was ist Rugby?

In dem Zusammenhang wird oft gefragt: “Ist es nicht sehr gefährlich ohne Helme und Schulterpolster?”. Der Präsident Mick Schmidt hat darauf eine klare Antwort: “Nein, ist es nicht, denn Rugby ist ein harter Sport gespielt von Gentlemen!”

Das bestätigt die internationale Verletzungsstatistik. Rugby ist was die Schwere und Häufigkeit der Verletzungen angeht, hinter anderen Sportarten wie z.B. Fußball, Handball, Basketball und sogar Volleyball. Das liegt nicht an der Anzahl der Rugbyspieler, denn international gibt es beinahe so viele Rugby- wie Fußballspieler.

Rugby ist in anderen Ländern der Nationalsport Nummer eins. Speziell in der südlichen Hemisphäre (Australien, Neuseeland, alle Pazifikinseln, Südafrika, Argentinien, usw.) ist dieser Sport fast eine Religion.

Woher kommt nun diese gute Statistik? Jeder Spieler lernt im Training, wie er sich in den einzelnen Spielsituationen zu verhalten hat und wenn er regelmäßig trainiert, dann befindet er sich auch in einem körperlich fitten Zustand, sodass ihm normalerweise nichts passiert. Oft sehen manche Spielsituationen von außen für Laien schlimmer aus, als sie die beteiligten Spieler es selbst empfinden.

Außerdem ist Rugby, im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung, ein sehr streng geregelter Sport, weder Stoßen, Rempeln, Checken, noch Treten sind erlaubt. Auch die vielen unangenehmen Fußattacken, wie sie beim Fußball vorkommen, gibt es beim Rugby nicht, da der Ball nicht mit dem Fuß geführt wird. Eines der Dinge, die erlaubt sind, heißt “tiefhalten”. Das bedeutet, dass der ballführende Spieler unterhalb der Schulterlinie umklammert und dadurch zu Fall gebracht werden darf. Optimaler Weise versucht man die Beine zu umklammern und dadurch den Gegenspieler zu stoppen. Der Schiedsrichter, der sehr streng pfeift, genieβt hohen Respekt. Diskussionen auf dem Spielfeld gibt es nicht.

Die Entstehung der Grizzlies

2011 gegründet, haben die Grizzlies vor drei Jahren ein neues Zuhause im Willi-Sänger-Stadion in Treptow Köpenick gefunden. Seither schreibt die Mannschaft an einer sportlichen Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Mit vier Spielern auf einem Ascheplatz gestartet, haben sich inzwischen dem internationalen Charakter Berlins entsprechend Rugby-Begeisterte aus dreizehn verschiedenen Nationen zusammengefunden. Eine Handvoll erfahrener Nachwuchsspieler aus Neuseeland, Australien und Großbritannien wurden außerdem rekrutiert, um Rugby in Deutschland aktiv zu fördern.

Während die Region Heidelberg das Zentrum des Sports in Deutschland darstellt, finden sich im Rest Deutschlands nur wenige semi-professionelle Strukturen. Gleichzeitig wächst Rugby weltweit massiv. Die alle vier Jahre stattfindende Weltmeisterschaft ist gar eine der größten Sportveranstaltungen des Planeten. Vereinsgründer Mick Schmidt, selbst ehemaliger Profi-Spieler, hat es sich zum Ziel gesetzt, die Rugby-Kultur, die er in seiner Wahlheimat Australien kennen- und schätzen lernen durfte, auch nach Deutschland zu bringen.

Rückblick

Nach mehreren gescheiterten Kooperationen mit existierenden Rugbyvereinen starteten die Grizzlies 2015 als eigenständige Mannschaft in der Regionalliga. Dem dünnen Kader geschuldet, traten die Grizzlies oftmals in Unterzahl bei Spielen an. Die Neulinge machten sich dennoch schnell einen Namen und konnten ihre Gegner teilweise mit dreistelligen Ergebnissen besiegen.

Der Aufstieg in die 2. Liga mit entsprechend höherem Niveau wurde weit schneller als erhofft erreicht. Doch auch dort dominierte die Mannschaft, insbesondere in der ersten Hälfte der Saison 2016/17. Über fast zwei Jahre waren die Grizzlies letztlich Wettbewerbs übergreifend ungeschlagen. Der Aufstieg in das Oberhaus des deutschen Rugbys erschien plötzlich fast unausweichlich. Erst gegen Ende der Saison und dem Beginn der Playoffs zeigten sich die Nachteile eines nach wie vor kleinen Vereins mit entsprechendem Kader. Verletzungen und berufliche Verhinderungen setzten die Mannschaft gehörig unter Druck und führten neben dem Ausscheiden im Pokal auch zur Niederlage im Finale um die 1. Liga. Erst im Relegationsspiel gegen den Bundesliga-Vorletzten FC St. Pauli konnten die Grizzlies doch noch den Traum vom Ausstieg wahr werden lassen.

Die 1. Bundesliga

Ab September 2017 also entsendet Berlin drei Vertreter in die 1. Rugby Bundesliga. Neben dem Berliner Rugby Club ist der RK03 als Halbfinalist um die deutsche Meisterschaft im vergangenen Jahr zu nennen. Die Hauptstadt entwickelt sich somit zu einer weiteren Hochburg des Sports in Deutschland. Folgerichtig verpflichtete der Deutsche Rugby Verband (DRV) im Sommer mit Chris Lane einen Coach auf Weltklasseniveau als Auswahltrainer für Berlin und Brandenburg. Dem Publikum der Hauptstadt steht also hochklassiger Sport bevor.

Um unter diesen Bedingungen wettbewerbsfähig zu bleiben, arbeiten die Berlin Grizzlies an einer langfristigen Strategie. Internationale, erfahrene Spieler bilden ein Gerüst, in dem junge, deutsche Nachwuchsspieler ausgebildet und auf höchstem Niveau gefördert werden. Mehrere absolute Neulinge konnten bei den Grizzlies bereits Bundesligaluft schnuppern.

Ein Beispiel ist Anatolij Sidak. Als langjähriger Leistungssportler brachte er bereits die körperlichen Voraussetzungen mit und konnte innerhalb von nur einem Jahr zum Stammspieler in der höchsten deutschen Spielklasse aufsteigen. Großen Anteil an dieser steilen Lernkurve haben neben dem Trainerteam auch Sidaks erfahrene Mitspieler.

Der bärenstarke Zusammenhalt

Ein Programm, das Wohnraum stellt, Jobs bei verschiedenen Sponsoren vermittelt und beim Dialog mit Ämtern und dem Lernen der deutschen Sprache unterstützt, ermöglicht es vielversprechende Spieler aus traditionellen Rugby-Nationen nach Berlin zu lotsen. Das gemeinsame Leben, Arbeiten und Trainieren führt zu einem beispiellosen Zusammenhalt im Team. Die Briten, Australier und Neuseeländer heben nicht nur das Niveau der Herrenmannschaft, sondern sind auch aktiv in der Jugendarbeit des Vereins involviert.

Unter Leitung des Jugendwarts James Brennan konnten die Grizzlies Kooperationen mit mehreren Berliner Schulen aufbauen. Neben AGs werden Lehrer unterstützt, indem Rugbyelemente Teil des Sportunterrichts werden. Mit geeigneten, kontaktlosen Versionen des Spiels lernen die Kinder Disziplin, Teamwork und Technik. Vielen reichen die schulischen Aktivitäten nicht aus. Daher bietet der Verein seit Beginn der aktuellen Saison wöchentlich eigene Jugendtrainings an. Eltern-freundlich finden diese Samstags vormittags statt. Teams werden sich im Rahmen von Turnieren mit anderen Spielern derselben Altersklasse messen können.

Mittelfristig soll auch die Bundesligamannschaft von der Jugendarbeit direkt profitieren. Eine nachhaltige Entwicklung bildet die Basis der Zukunftsplanung der Grizzlies. Mit hochkarätigen Sponsoren soll das Projekt Rugbykultur umgesetzt und deutschlandweit verbreitet werden. Teil dieser Strategie ist unter anderem der Verzicht auf Eintrittsgebühren während der ersten Spielzeit in der Bundesliga. So sollen möglichst viele Interessierte motiviert werden die Grizzlies live zu sehen.

Die Heimat der Grizzlies...

…das Willi Sänger Stadion

Willi Sänger Stadion mit Wiese
Willi Sänger Stadion Spielfeld
Willi Sänger Stadion Spielfeld

Management

Vize-Präsident

Jeremy Smith
Jeremy.smith@berlingrizzlies.de

Schatzmeister

Richard Koehne
Richard.koehne@berlingrizzlies.de

General Manager

Matti Schurr
Matti.schurr@berlingrizzlies.de

Jugend Koordinator

James Brennan
James.brennan@berlingrizzlies.de